Datenrettungslabore & Reinraumlabore
Durch die Empfindlichkeit der einzelnen mechanischen Komponenten eines Festplattenlaufwerks sollte die Bearbeitung ausschließlich von qualifiziertem Fachpersonal in der notwendigen Reinraumumgebung vorgenommen werden. Die Vernachlässigung eines dieser beiden Faktoren kann die Chancen auf Erfolg maßgeblich mindern - sorgen Sie für die bestmöglichen Chancen.
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Reinraumlabor

Das Datenrettungslabor war lange Zeit ein mystischer Ort: Einer an dem sich Menschen wie Chirurgen oder Virologen kleideten und abgeschottete Reinräume durch hermetische Luftschleusen betreten mussten.

Hamburg - 21. Februar 2018 - Sebastian Evers

Der Reinraum für die Datenrettung

Der Reinraum

Der Aufbau eines Reinraum (auch Reinstraum) ist so konzipiert, dass das Aufkommen luftgetragener Teilchen - die mit in den Raum transportiert werden oder dort ihren Ursprung haben - möglichst klein gehalten wird. Bei spezialisierten Fertigungsverfahren, bei denen in regulärer Luft befindliche Partikel strukturelle Fehler bei der Schaltkreisintegration verursachen könnten, ist die Reinraum- und Reinstraumtechnik essentiell. Daraus ergibt sich auch die unbedingte Notwendigkeit von Reinluft in der Halbleiterproduktion. Aber auch andere Spitzentechnolgieunternehmen sind auf Reinraumtechnologie angewiesen: Die professionelle Datenrettung.

Festplattenreparatur im Reinraum

In der Datenrettung kommen solche Reinräume bei der Öffnung, Schadensevaluierung und temporären Instandsetzung von Festplatten zum Einsatz. Die „Cleanbench“ im Datenrettungslabor bildet eine der Grundlagen für das risikofreie Öffnen mechanischer Festplatten. Die in der „Cleanbench“ eingesetzte reine Arbeitsumgebung der Reinraumklasse 5 nach Reinraumnorm EN ISO 14644-1 (Reinraumklasse 100 nach US FED STD 209E) klassifiziert die Reinheit der Luft auf Basis der darin enthaltenen Teilchenkonzentration.

Die leistungsstarken Luftfilteranlagen der Reinraumeinheit erzeugen durch die laminare (turbulenzarme) Verdrängungsströmung (vertikal) eine Barriere aus Luft, wodurch die Kontamination von Arbeitsbereich und geöffneten Datenträgern absolut minimiert wird. Damit wird der Ablagerung von Partikeln auf den empfindlichen ferromagnetischen Datenträgerscheiben vorgebeugt, die bei Inbetriebnahme fatale Schäden herbei führt. Die Schreib-/Leseköpfe einer Festplatte schweben auf einem hauchdünnen Luftkissen im Mikrometer-/Nanometerbereich über der Datenschicht der Magnetscheiben. Die Rotationsgeschwindigkeiten variieren je nach Bauart, Modell und Einsatzgebiet zwischen 5.400 U/Min und 15.000 U/Min. Da ein Staubkorn um ein Vielfaches größer ist, kann man sich vorstellen, welche Auswirkungen es hat, wenn die filigranen Schreib-/Leseköpfe damit kollidieren.

Der Mythos: Reinraumlabor

Bis vor einigen wenigen Jahren hielt er sich noch hartnäckig: Der Mythos eines kompletten Reinraums zur Datenrettung. Sämtliche Mitarbeiter sind mit Mundschutz und Ganzkörperschutzanzügen ausgestattet. Ein Reinraum, wie man ihn zum Beispiel aus der Leiter- oder Festplattenherstellung kennt. Eine stark romantisierte und in dieser Form damals oft nachgefragte Datenrettungsumgebung, dem mit entsprechenden Internetauftritten teils entsprochen wurde. Die Realität dahinter ist aber schon immer eine andere gewesen. Die Entmystifizierung findet recht schnell statt, wenn man das Reinraumlabor auf einen Raum mit Datenrettungswerkzeugen und einem Reinraumanteil, der sogenannten „Cleanbench“, herunter bricht.

Auch heutzutage zielt eine der mit am häufigsten gestellten Fragen auf das Vorhandensein eines Reinraums ab. Die Ernüchterung macht sich recht schnell bemerkbar, wenn man die fantasievolle Erwartungshaltung mit den tatsächlichen Begebenheiten ausräumt. Neben der „Cleanbench“ sind Arbeitskittel, Handschuhe und Arbeitsschuhe die elektrische Ladungen ableiten ebenso notwendiger Bestandteil des Labors wie es antistatischer Bodenbelag, die antistatischen Arbeitsunterlagen und Antistatik Handgelenk Manschetten sind. Ganzkörperanzüge oder Schleusenzugänge zur atmosphärischen Trennung wird man vergeblich suchen, diese sind allerhöchstens Effekthascherei und sollen Professionalität suggerieren.

Datenrettung defekter Festplatten im Labor

Folgeschäden vermeiden

Ausgehend von der Schilderung des Ausfall- bzw. Fehlerhergangs sollte der Datenträger vorsorglich nicht mehr auf regulärem Wege angeschlossen werden. Wenn zum Beispiel eine Festplatte heruntergefallen ist, dann muss man von einer physischen Beeinträchtigung ausgehen. Die leichtfertige Inbetriebnahme, unter der Prämisse dass Schreib-/Leseeinheiten oder Datenträgeroberflächen mechanisch beschädigt sind, könnte Folgeschäden unvorhersehbaren Ausmaßes nach sich ziehen. Aus diesem Grund sollte der betroffene Datenträger im Labor einer Diagnose unterzogen werden, um den Grad der Beschädigung (defekte Bauteile) sowie die Möglichkeiten der temporären Instandsetzung des Datenspeichers evaluieren zu können.

Temporäre Instandsetzung

Unter die temporäre Instandsetzung fallen alle Arbeiten, die mit der Datenträgeraufbereitung in Zusammenhang stehen und der letztmaligen Inbetriebnahme dienen: Austauschen von baugleichen mechanischen und/oder elektronischen Komponenten, Manipulationen/Modifikationen an Steuersoftware und adaptiven Parametern, Nivellierungsprozesse zur Begradigung beschädigter Datenträgeroberflächen, Lötarbeiten oder umfangreiche Bereinigungen. Hierbei wird versucht Folgeschäden vorzubeugen und die Lauffähigkeit des Datenträgers so lang wie technisch machbar aufrechtzuerhalten, um möglichst viele Daten auszulesen, bevor die Defekte fatal werden und der Datenträger endgültig ausfällt.

Rohdaten extrahieren

Im Verlauf der letztmöglichen Wiederinbetriebnahme wird das gespeicherte Datenmaterial (Rohdaten) sorgfältig extrahiert. Die Daten werden auf mehrere Datenträger kopiert, mit denen alle weiteren Bearbeitungsschritte folgen. Einerseits um inhaltlichen Beeinträchtigungen der Originaldatenträger vorzubeugen, wenn bei nachfolgender Bearbeitung die logische Rekonstruktion der System- und Dateistrukturen statt findet; anderseits sind physische Kopien vom Netzwerk unabhängig und im Risikofall etwaiger Angriffe von außen bestmöglich vor Fremdzugriff und Datendiebstahl geschützt.

"Improvise. Adept. Overcome."

Aufgrund der umfangreichen Diversität bei Hardware und Software, je nach Hersteller und Modellserie des jeweiligen Speichermedium, erfordert jeder Fall eine individuelle und spezialisierte Herangehensweise. Ein weiterer Faktor dafür stellt der ursächliche Fehler dar. Je nach Ausfallgrund und danach eingeleiteten Maßnahmen unterscheidet sich die Herangehensweise erheblich; eine typische Herangehensweise oder Patentlösungen gibt es nicht. In manchen Fällen müssen sogar vollkommen neue Lösungsansätze erforscht, entwickelt und produziert werden. In jedem Fall ist das konzentrierte Wissen und die langjährige Erfahrung der Ingenieure gefragt, um zeitnahe Individuallösungen zur Datenwiederherstellung erschließen zu können.

Andreas Mortensen
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