Do it yourself vs. professioneller Datenretter
Wir übernehmen für Sie die professionelle Wiederherstellung von Daten und haben langjährige Erfahrung mit allen gängigen Systemen.
DIREKT ZUR ANFRAGE

Do it yourself vs. professioneller Datenretter

Staub, Haare, Hautschuppen, Fingerabdrücke, Speichelflecken – all das gehört nicht in eine Festplatte. Das ist aber so ungefähr das erste, was im Gehäuse einer Festplatte landet, wenn man diese lieblos im Wohnzimmer bei Kerzenschein öffnet.

Hamburg - 13. Dezember 2017 - Boris Hakaso

Wird die Fesplatte nicht mehr vom Rechner erkannt? Macht sie ungewöhnliche Geräusche? Surren, Klackern oder gar ein Schleifen? Oder ist plötzlich gar nichts mehr zu hören? Dann sprechen wir von einem physischen Defekt.

Im Netz kursieren mittlerweile zuhauf Tutorials, wie man bei einer Festplatte z. B. die Schreib-/Leseköpfe tauscht oder aber auch Bauteile auf Platinen tauscht.
Wer sich dabei geschickt anstellt, kann so viel Geld sparen, denn günstig ist eine Datenrettung in der Regel nicht. Wer sich allerdings ungeschickt anstellt, hat oft auch keinen weiteren Versuch mehr offen und die Daten sind auch für die Profis nicht mehr zu retten.

Zu oft habe ich schon unfachmännisch geöffnete Festplatten erneut öffnen dürfen. Häufig mangelt es den meisten Leuten schon am Torx-Schraubendreher (Innensechsrund), aber selbst wenn nicht, wird gern mal eine Schraube übersehen und dann wird der Deckel mit roher Gewalt geöffnet.

Staub, Haare, Hautschuppen, Fingerabdrücke, Speichelflecken – all das gehört nicht in eine Festplatte. Das ist aber so ungefähr das erste, was im Gehäuse einer Festplatte landet, wenn man diese unliebsam im Wohnzimmer bei Kerzenschein öffnet. Diese kleinen Partikel oder Flecken sieht man bei der Beleuchtung auch nicht. Ich habe wahrlich nicht die besten Augen, aber mit einem Stereomikroskop und anständiger Beleuchtung sieht man deutlich mehr. Und diese kleinen Partikel landen früher oder später nach ein paar Umdrehungen auf den Schreib-/Leseköpfen. Sind diese verschmutzt, funktionieren sie nicht mehr und im schlimmsten Fall verkantet sich ein Partikel und verursacht einen Kratzer (sog. Crash) auf der Oberfläche und entfernt Datensegmente. Das mag damals bei den 200MB Festplatten noch nicht so schlimm gewesen sein, aber wenn ich heute eine 2.5" 4TB Platte mit fünf Datenträgerscheiben (gerade der Dauerbrenner bei uns...) öffne, dann bedeutet so ein Kratzer entweder den Totalausfall oder zumindest, dass einige GB nicht mehr zu retten sind.

Das alleine passiert im Wohnzimmer nur vom "mal eben gucken". Aber was erhofft man sich davon? Ein ringförmiger Kratzer auf den Scheiben bedeutet in der Regel das Aus für die Datenrettung. D. h. sollte dieser schon da sein, weiß man, dass ziemlich sicher keine weitere Datenrettung mehr möglich ist. Aber was ist, wenn alles in Ordnung erscheint? Wie geht es dann weiter? Die einzelnen Scheiben ausbauen? Bitte nicht! Das machen nicht mal professionelle Datenretter, es sei denn es ist unbedingt erforderlich. Hierüber gibt es viele Mythen, aber selbst wenn alles wieder richtig herum drin sitzt und nicht verkratzt oder verschmutzt wurde, haben wir plötzlich eine heftige Unwucht. Und die macht es mit Sicherheit nicht besser. Also eher ein schlechter Ansatz.
Schreib-/Leseköpfe tauschen? Klar. Easy. Mache ich jeden Tag. Ach so, noch nie gemacht? Hm. Das ist je nach Modell eine sehr fummelige Sache. Einen Ruhepuls von 60 sollte man schon haben. Das nötige Werkzeug auch. Habe ich erwähnt, dass die meisten Datenretter einen Teil ihres Werkzeugs selbst anfertigen? Diese kleinen Teile, die man zwischen die Köpfe schiebt, damit sie nicht zusammenkleben und beim Auseinanderziehen abreißen. Kann man auch kaufen. (Nicht von uns!) Nicht günstig und meist nicht passend. Und man sollte sich auch mit dem speziellen Modell vertraut gemacht haben, z. B. mit diversen baugleichen Festplatten. Die hat man normalerweise nicht zuhause. Ich ja – ok, nicht zuhause, aber im Labor. Aber da wohne ich ohnehin fast...

Ich behaupte nicht, dass dies für einen Laien nicht machbar sei, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es daneben geht, ist sehr groß.
Natürlich ist eine Datenrettung nicht günstig, aber da steckt auch viel Know-How, Erfahrung, spezielle Hard- und Software und ein Reinraum hinter.

Da der Preis einer Datenrettung auf Grund von steigender Konkurrenz ohnehin gerade sinkt, bitte ich euch: Sucht euch einen Datenretter, bei dem ihr meint, dass er zu euch passt – sowohl preislich als auch von der Beratung und Kompetenz her – aber bitte versucht nicht selbst die Festplatte zu öffnen! Auch der Tausch einer Platine hilft euch vermutlich nicht weiter, da das ROM auf der Platine an die Parameter der Festplatte individuell angepasst ist. Nur selten hat man dort einen Zufallstreffer, und bei gewissen Herstellern (z. B. Hitachi / HGST und Toshiba) mit Sicherheit gar nicht.

Auch bei gelöschten oder plötzlich verschwundenen Daten muss man klar abgrenzen: Was kann ich, was kann ich nicht?
Ist versehentlich ein Ordner gelöscht wurden, der zu groß für den Papierkorb war, holt man sich schnell Hilfe mit Freeware Tools aus dem Internet. Das gibt es viele und viele sind auch echt gut!
Aber diese Daten dann auf denselben Datenträger bzw. selbe Partition zurückzusichern überschreibt genau den Teil, den man wiederherstellen möchte. Somit ist das Ergebnis schlecht und weitere Tools bzw. Datenretter können auch nicht mehr tun. Also immer eine weitere Platte anschließen, auf die das Ergebnis gesichert werden kann, damit man im Zweifel ein anderes Tool testen kann.
Und wenn man nicht versehentlich (oder auch absichtlich) Daten gelöscht hat? Die Daten sind plötzlich nicht mehr da? Jetzt muss man sich fragen warum. Denn wenn ein physischer Fehler auftritt wie z. B. defekte Sektoren, kann es sein, dass Daten plötzlich nicht mehr angezeigt werden. Wenn man nun mit Freeware-Tools auf der Platte „herumorgelt“ besteht die Gefahr, dass der Schaden ganz schnell sehr viel größer wird. Hier empfiehlt es sich, erst mal eine 1:1 Kopie (Sektorkopie) anzufertigen und auf dieser die Tools zu testen. Sollte das Erstellen der Kopie schon scheitern, haben wir nämlich einen physischen Defekt vorliegen und man hat somit vermutlich auch schon den Grund für das Verschwinden der Daten entdeckt.

Somit gilt auch bei verschwundenen oder gelöschten Daten sich zunächst an die Profis zu wenden. Das Ergebnis wird dort fast immer besser als wenn man es selbst versucht. Und wenn man es selbst versucht, dann bitte richtig!

 

DI (FH) Markus Häfele
Kundenbetreuung
(01) 236 01 01
info@attingo.com Live-Chat Online-Anfrage
24h-Service 98% Erfolgsrate
staatliche Auszeichnung Austria A iso 9001 siegel grau

Attingo-Magazin

Pressemeldungen & Aktuelles
Attingo in der Presse
Messetermine und Konferenzen
Blog
Stichwortverzeichnis
Fallstudien: Datenrettung