Datensicherungen sind die günstigere Datenrettung
Für eine valide Sicherungskopie Ihrer Daten gilt es einiges zu beachten, damit dass Backup im Ernstfall einem Datenverlust vorbeugen kann und Sie nicht auf eine Datenrettung angewiesen sind.
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Datensicherung & Backup, statt Datenrettung

Datensicherung und Backup sind beim Thema Datenrettung etwas, um das man nicht herum kommen wird. Zumindest dann nicht, wenn man das Szenario einer Datenrettung vorbeugen und vermeiden möchte. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass das Bewusstsein für die Sicherung von wichtigen Daten auch im Jahr 2018 nicht mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit wahrgenommen wird.

Hamburg, Stellingen - 02. Juli 2018 - Sebastian Evers

Wenn Sie bei der Frage "Wann habe ich zuletzt meine Daten gesichert?" und "Habe ich überhaupt meine Daten gesichert?" schlucken müssen und ins Grübeln geraten, dann ist es wohl an der Zeit, dass Sie umgehend ein Backup anfertigen bzw. das vorhandene Backup aktualisieren. Was in der IT-Branche anerkannter Standard ist, findet in Privathaushalten nur stiefmütterlich statt und auch manches Unternehmen nimmt es mit der Datensicherung nicht ganz so genau.

Doch ohne eine gewissenhafte und aktuelle Datensicherung lassen sich die Daten nicht wiederherstellen und sind mitunter für immer verloren - im schlimmsten Fall ist auch eine professionelle Datenrettung ausgeschlossen. Prinzipiell gilt: Jedes Backup ist besser als gar keine Datensicherung und sei sie noch so rudimentär. Das Thema Datensicherung oder Backup scheint trotz des alljährlichen World Backup Days am 31. März, der stetigen Gefahr durch Cyberangriffe, defekter Datenträger sowie System- und Anwenderfehler, immer noch nicht tief genug in den Köpfen verankert zu sein. Vielen scheint das Thema Datensicherung erst dann wieder einzufallen, sobald der Datenverlust eingetreten ist und unersetzliche Dateien verloren gegangen sind.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), aus diesem Jahr, hat bereits jeder Zweite schon einmal den Verlust elektronisch gespeicherter Daten verzeichnen müssen.

Umfrage Back up 26032018.jpgjsessionid43AD9010ED0B565C8154FFC44EA33FD6.1 cid369Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI)

Was ist eine Datensicherung?

Die Definition einer Datensicherung (englisch: Backup) beschreibt das Kopieren von Daten mit der Absicht, diese bei dem Auftreten eines Datenverlustes auf das Hauptsystem zurück zu kopieren. Eine Datensicherung gilt demnach als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Datensicherheit und umfasst alle Möglichkeiten, die Daten vor Manipulation, Beschädigung und Verlust schützen können. Bei einer redundanten Speicherung der Daten auf einem separaten Speichermedium liegt ein Backup vor. Werden die Originaldaten aus einer Sicherungskopie zurück gespeichert, so handelt es sich dabei um eine Datenwiederherstellung, nicht um eine Datenrettung.

Datenverlust durch defekte Datensicherung

Die Anfertigung eines Backups ist löblich und für Firmen generell obligatorisch. Unserer persönlichen Erfahrung nach gehört allerdings wesentlich mehr dazu, als einfach nur wöchentlich oder täglich die Daten von A nach B zu sichern. Nicht selten wird vollkommen vernachlässigt die gesicherten Datenbestände auf Funktionalität und Integrität zu prüfen. Das kann im Ernstfall dazu führen, dass bei einem Datenverlust und anschließender Rücksicherung der Daten fehlerhafte Datenbestände aufgespielt werden.

Szenarien wie eine korrupte Datenbanksicherung oder fehlerhafte Snapshots sind keine Seltenheit und Datenrettungsalltag. Doch Datenverlust muss nicht immer in derartigen Größenordnungen präsent sein. Auch Apples Time Machine Backup oder Acronis Sicherungen können die Datensicherung fehlerhaft vornehmen, ohne dass es bemerkt wird. In den meisten Fällen wird es nicht wahr genommen, denn die Automatismen sind dazu gedacht den manuellen Aufwand zu senken und die notwendigen Kontrollen durch den Menschen zu minimieren.

Allerdings entwickelt sich aus der avisierten Aufwandsminimierung meist eine riskante Bequemlichkeit und man verlässt sich zunehmend auf die Algorithmen. So kann es passieren, dass über Wochen oder Monate hinweg, für den Anwender erkennbar, zwar Daten transferiert und gesichert werden, doch findet auch eine qualitative Bewertung des Vorgangs statt? Wird der Ernstfall mit einem Ausfall des Originalsystems geprobt? Lassen sich die gesicherten Datenbackups problemlos zurück transferieren? Im Rahmen des Disaster-Recovery-Plans ist es erforderlich den Eintritt des Ernstfalls vorbeugend durchzuspielen und die damit verbundenen Eventualitäten zu berücksichtigen.

Verlässt man sich jedoch zu sehr auf die im Hintergrund agierenden Automatismen zur Datensicherung und versäumt die manuelle Prüfung der ordnungsgemäßen Datensicherung, so läuft man Gefahr einen endgültigen Datenverlust zu erleiden. Es gibt durchaus Chancen und Möglichkeiten das Haupt- bzw. Quellsystem wieder lauffähig zu bekommen und möglicherweise mit dem Schrecken davon zu kommen. Doch angesichts der vermeintlichen Datensicherung in der Hinterhand wird in solchen Fällen alles Mögliche an Maßnahmen vorgenommen und risikoreich gearbeitet - da man davon ausgeht, mit Netz und doppeltem Boden sicher zu hantieren. So kann es vorkommen, dass hinterher nicht einmal mehr eine Datenrettung möglich sein kann, da durch die Versuche die Fehler auszubügeln noch mehr Schäden verursacht worden sind. 

Datenverlust durch defekte Datenträger

Der Klassiker für Datenverlust sind ausgefallene Datenträger, in den meisten Fällen defekte Festplatten. In den häufigsten Fällen fällt ein Datenträger genau in dem Augenblick aus, wenn man nicht damit rechnet oder frei nach Murphy; wenn es am allerwenigsten passt. Besonders ärgerlich ist es, wenn der Ausfall der Festplatte während der Datensicherung statt findet.

Ungefähr die Hälfte aller Festplatten hält nicht länger als fünf Jahre, wobei die meisten IT-Experten einen Festplattentausch bereits nach drei Jahren empfehlen. Dabei muss man berücksichtigen, dass es etliche Faktoren gibt, welche die Lebensdauer einer Festplatte beeinflussen und somit das Eintreten eines Ausfalls der Festplatte beschleunigen können. Am naheliegendsten ist hierbei der Verschleiß der mechanischen und elektronischen Bauteile einer Festplatte, aber auch Fehler und Defekte die schon von Werk an vorhanden sein können oder Schäden, welche durch unsanfte Transportbedingungen oder unsachgemäße Handhabung verursacht worden sind.

Was im Detail ursächlich für den Ausfall gewesen ist wird man fast nie zu 100 % ermitteln können. Jedoch wird man das tatsächliche Ausmaß der Schäden ermitteln können. Vor allem dann, wenn man keine Datensicherung hat oder zumindest keine ausreichend aktuelle und das Ausmaß der abhanden gekommenen Dateien deutlich wird. Bei beschädigten Festplatten gibt es oftmals noch Möglichkeiten - im Rahmen einer professionellen Datenrettung - die Daten wiederherstellen zu können. Die Chancen dafür und die Qualität des Ergebnisses hängen davon ab, wie schwerwiegend diese Schäden sind. Im denkbar schlimmsten Fall liegt ein fataler Headcrash vor und der Datenträger lässt sich weder temporär aufbereiten noch lassen sich Daten wiederherstellen.

Das Backup wird zum Original

Bei vielen Anwendern liegt immer noch der Irrglaube vor, dass es ein ausreichendes Backup sei, wenn sie alle Daten auf einer mobilen Festplatte speichern. Ein einzelnes Speichermedium mit allen relevanten Daten stellt in keinem Fall eine Datensicherung dar. Ein Backup setzt Redundanz voraus. Das bedeutet, dass sämtliche Daten in duplizierter Form existieren, sodass mit dem Ausfall eines Speichermediums eine Kopie bleibt. Allerdings kann auch dieses durch unvorhersehbare Vorkommnisse oder Tollpatschigkeit ebenso kaputt gehen.

Häufig hören wir bei Anfragen zur Datenrettung, dass zuerst der Laptop kaputt gegangen ist und bei der Sicherung der Daten vom ursprünglichen Backup auf ein neues Speichermedium dieses ebenfalls den Dienst versagt hat. In anderen Fällen werden alle Daten auf die externe Festplatte übertragen und anschließend vom Quellsystem gelöscht. Ein ebenfalls häufig geäußerter Umstand ist schierer Unglaube über das Ausfallen der externen Festplatte, welche extra für die Datensicherung angeschafft worden sei. Nur stellt dies, wie bereits oben angemerkt, in keinem Fall eine Datensicherung dar. Sobald sich die Daten nur noch auf einem von zwei Speichermedien befinden wird das Backup zum Original und das Risiko für Datenverlust potenziert sich erheblich.

Datensicherung durch Redundanz

Für eine sinnvolle Datensicherung sollten vor Anlegen eines Backups die wichtigen Dateien und Formate definiert werden. Es sollte zudem darauf geachtet werden die Sicherung auf mehr als nur einem weiteren Datenträger zu speichern, um für den Fall extremer Ausfallszenarien gewappnet zu sein. Es empfiehlt sich des Weiteren eine der Datensicherungen räumlich getrennt aufzubewahren, um für Unglücksfälle wie Wasserschäden, Überschwemmungen, Brände oder Einbruch und Diebstahl vorbereitet zu sein.

Außerdem raten wir dazu, die Backup-Datenträger regelmäßig zu überprüfen, da ein Datenträger auch durch lange Liegezeiten ohne Inbetriebnahme plötzlich Defekte aufweisen kann, aber auch um die Integrität der gespeicherten Daten auf ihre Funktionalität und Anwendbarkeit hin zu prüfen. Erschwingliche RAID 1 NAS Server ermöglichen eine durchweg aktuelle Spiegelung, doch wenn man versehentlich Daten löscht, dann werden diese auf allen im RAID 1 integrierten Datenträgern gleichzeitig entfernt - eine manuelle Sicherung sollte regelmäßig erfolgen. Die manuelle Sicherung sollte im Wechsel auf verschiedene Festplatten erfolgen, um im Falle eines fehlerhaften Datenstands auf eine frühere Version zurück wechseln zu können.

Ein weiteres Risiko, welches es zu vermeiden gilt, sind dauerhaft im Netzwerk ansteuerbare beziehungsweise am Rechner angesteckte USB Datenträger. Bei einer Cyberattacke durch Malware, Viren, Trojaner oder Ransomware könnte sich die Infektion des Hauptsystems ausbreiten und angeschlossene Speichermedien ebenfalls befallen, beschädigen oder verschlüsseln. Durch ein Offline-Backup können die Daten vor derartigen Eingriffen geschützt werden.

Datensicherung mit Backup-Software

Die meisten Menschen empfinden den Umfang einer sicheren Datensicherung als überaus umständlich und zeitraubend. Aus Bequemlichkeit wird die regelmäßige Sicherung vernachlässigt oder erst gar keine angefertigt. Getreu dem Motto: "Mir passiert das schon nicht." Doch auch für die Datensicherungsmuffel gibt es bedienbare Lösungen um ein Backup anzulegen.

Automatische Datensicherung unter Windows und MacOS

Manche Betriebssysteme liefern die Möglichkeit zur Erstellung einer Sicherung  von Anfang an mit. Unter MacOS nennt sich die automatische Datensicherung von Apple "Time Machine", in Anlehnung an die Zeitmaschine, mit der man im Falle eines Fehlers einige Zeit zurück springen kann und diesen bereinigt. Bei Windows 7 ist der Name der Funktion zur Datensicherung "Sichern und Wiederherstellen", damit lässt sich ein Backup auf ein angeschlossenes Speichermedium, z. B. eine externe USB Festplatte, eine interne Festplatte oder einen USB Stick, anfertigen.

Die Nachfolger Windows 8/8.1 und Windows 10 bieten den Dateiversionsverlauf, welcher bereits in einer Vorgängerversion unter Windows 7 existierte. Jede neue Dateiänderung wird dabei automatisiert und extern auf den vorgesehenen Datenträger gesichert. Durch die Versionierung bei der Datensicherung werden unterschiedliche Datenstände vorgehalten, sodass die Möglichkeit auf verschiedene frühere Versionen zurück zu springen besteht. Ein weiterer Vorteil ist die Beschleunigung der Datensicherung, da dabei nicht alle Daten kopiert werden müssen, sondern nur die neusten Änderungen gespeichert werden. Unter Windows 7 war der rudimentäre Vorläufer standardmäßig aktiviert, bedarf unter neueren Betriebssystemen allerdings einer separaten Aktivierung sowie natürlich ein angeschlossenes externes Speichermedium für die Datensicherung.

Dateiversionslauf unter Windows 10 konfigurieren

Die betriebssystemeigene Funktion zur Sicherung Ihrer Daten lässt sich recht unproblematisch einschalten. Sie benötigen dafür einen externen Backup-Speicher, beispielsweise eine Heim-Cloud, den Sie am betreffenden Computer anschließen. Die Voraussetzung für eine Datensicherung ist ausreichend vorhandener Speicherplatz auf der externen Festplatte zur Datensicherung; diese DAS-Speicher gibt es mittlerweile auch mit mehreren Festplatten, sodass man zugleich eine RAID 1 Spiegelung einrichten und die Ausfallsicherheit des Backups erhöhen kann - ein RAID 0 Stripeset ist für ein Backup nicht zu empfehlen.

In Windows 10 klicken Sie nun auf Wählen Sie eine Aktion für den Wechseldatenträger aus und danach auf den Menüpunkt Laufwerk für die Sicherung konfigurieren sowie Laufwerk hinzufügen. Mit der Auswahl des entsprechenden per USB angeschlossenen externen Laufwerks ist die Datensicherung eingerichtet. Sollten diese Schritte nicht zum Erfolg führen, so können Sie im Windows Suchfeld Dateiversionsverlauf eingeben und Stellt Dateien mit dem Dateiversionsverlauf wieder her auswählen.

Nachfolgend können Sie die Dateiversionsverlauf-Einstellungen nach Belieben konfigurieren und aktivieren. Windows sollte nun in jeder Stunde eine Aktualisierung der Datensicherung auf den ausgewählten Speicher anlegen. Der Intervall für die Speicherung des Backups lässt sich jederzeit neu definieren, ob stündlich, alle zehn Minuten oder täglich - außerdem kann die Aufbewahrungszeit festgelegt werden.

Automatismen und trügerische Sicherheit

Neben den integrierten Backup-Lösungen der Betriebsysteme gibt es auch allerlei kostenfreie und kostenpflichtige Software, um eine Datensicherung zu erstellen bzw. erstellen zu lassen. Tonido Backup, Acronis True Image, Norton von Symantec oder NetBackup von Veritas sind nur einige Beispiele für verbreitete Programme zu Datensicherung. Ob es nun die schiere Komplexität der zu verwaltenden Daten, die Menge oder einfach nur Bequemlichkeit ist, um nicht jede Datensicherung manuell anfertigen zu müssen, Software nimmt uns diese Aufgabe ab.

Wie oben bereits erwähnt, kann auch eine automatische Datensicherung schief gehen und lange Zeit unbemerkt bleiben. Auch Programme können Fehler machen und so passiert es regelmäßig, dass die automatisch angelegten Backups gar nicht angelegt, nicht aktualisiert oder komplett fehlerhaft geschrieben worden sind. Die Fehler einer derart fehlgeschlagenen Sicherung können fatale Auswirkungen haben. Dementsprechend ist es unerlässlich, dass die Prozesse der Softwareanwendungen zur Sicherung Ihrer brisanten Datenbestände regelmäßig geprüft werden, um sicherzustellen dass sich keine Fehler eingeschlichen haben.

Grundregelwerk für eine effektive Datensicherung:

Die Maßstäbe für eine Datensicherung sind nicht in Stein gemeißelt, dennoch gibt es einige Faktoren, die berücksichtigt werden sollten, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

  • Notwendigkeit: Daten, die nicht gesichert werden, können per Definition keine wichtigen Datenbestände darstellen.
  • Kontinuität: Datenbestände, die nicht regelmäßig gesichert werden, lassen sich nicht wiederherstellen - außer durch Nacharbeiten oder eine professionelle Datenrettung.
  • Überprüfung: Datensicherungen, welche Kontrollen und Tests zur Wiederherstellung nicht überstehen, sind keine Datensicherung.
  • Verantwortlichkeit: Datensicherungen ohne betreuenden Direktverantwortlichen sind unbrauchbare Backups.
  • Redundanz: Ein einzelnes Speichermedium ohne aktuelle Kopie ist in keinem Fall eine Datensicherung.
  • Räumliche Trennung: Datensicherungen, befindlich im selben Raum wie die Originaldatenbestände, werden ernste Zwischenfälle (Brand, Überschwemmungen) nicht überstehen.
  • Archivierung: Legen Sie Backups mit unterschiedlichen Intervallen an (täglich, wöchentlich, monatlich, quartalsweise) und lagern Sie diese sicher ein.

Arten der Datensicherung:

Komplettsicherung der Daten (Volldatensicherung)

Mit der Komplettsicherung werden sämtliche zu sichernde Daten bei der Datensicherung, zu einem klar definierten Zeitpunkt, auf einem zusätzlichen Datenträger gespeichert. Der Vorteil bei der vollständigen Sicherung aller Daten ist, dass alle Dateien komplett verfügbar sind und bei der Wiederherstellung des Backups nicht lange nach Dateien gesucht werden muss. Auf der anderen Seite ist ein ständiges komplettes Backup sehr zeitaufwändig und nimmt viel Speicherkapazität in Anspruch.

Inkrementelle Datensicherung

Für die inkrementelle Sicherung der Daten ist vorab eine Volldatensicherung erforderlich. Bei der darauf folgenden ersten inkrementellen Datensicherung werden nur noch die Dateien gespeichert, welche nach der kompletten Datensicherung eine Änderung erfahren haben. Mit der nächsten inkrementellen Sicherung verändern sich nur noch die Daten, welche seit dem vorhergehenden inkrementellen Backup verändert worden sind. Der klare Vorteil bei einer stufenweisen Datensicherung liegt in der Zeitersparnis sowie dem benötigten Speicherplatz.

Als Nachteil entpuppt sich der Zeitpunkt der Wiederherstellung des Backups. In dem Fall müssen alle inkrementellen Backups zurück gespielt werden, auch dann, wenn eigentlich nur einzelne Dateien wiederhergestellt werden sollen. Im Vergleich zum vollständigen Backup ist es erforderlich alle inkrementellen Datensicherungen und möglicherweise sogar die anfängliche Komplettsicherung zu überprüfen, um die entsprechende Datei mit dem aktuellsten Stand ausfindig zu machen.

Differentielle Datensicherung

Die differentielle Datensicherung basiert ebenso wie die inkrementelle Datensicherung auf der Basis einer vorhergehenden Volldatensicherung. Ebenso wie bei der inkrementellen Datensicherung erfolgt danach nur noch die Speicherung der neusten Versionen aller Dateien, welche sich nach der Volldatensicherung verändert haben.

In Relation zur inkrementellen Datensicherung werden stets alle Veränderung zum Ausgangs-Backup der allerersten Sicherung gespeichert und nicht zur direkten Vorstufe. Im Falle einer Datenwiederherstellung eröffnet sich dadurch ein weniger aufwändiger Prozess, als es bei dem Zurückspielen eines inkrementellen Backups der Fall wäre. Für die aktuellste Version der Datensicherung ist somit nur die Volldatensicherung und die letzte Version der Datensicherung erforderlich. Nachteilig sind hierbei, ebenso wie bei der reinen Volldatensicherung, die Auswirkungen auf Zeiteinsatz und benötigten Speicherplatz.   

Häufige Irrtümer bei der Datensicherung:

Archivierung und Datensicherung sind dasselbe

Falsch, Backup und Archivierung sind eben nicht identisch. Archivierungen und Backups sind zwei verschiedene Paar Schuhe und haben verschiedene Zwecke: Die Datensicherung (Backup) soll potenziellen Datenverlust vorbeugen und im Ernstfall eine schnelle Wiederherstellung der Daten ermöglichen, bzw. den Zeitpunkt einer laufenden Anwendung.

Datensicherung dient in erster Linie der Aufrechterhaltung des Arbeitsbetriebs, während die Archivierung von Daten die langfristige Speicherung von Geschäftsunterlagen, vorrangig steuerlich relevanter Geschäftsunterlagen, gewährleisten soll. Die archivierten Daten sind im Regelfall für den laufenden Betrieb nicht erforderlich, müssen aber zu jedwedem Zeitpunkt abrufbar sein.

Zudem können im Notfall auch aus den Archivierungen bereits gelöschte Daten gewonnen und zurück gespielt werden. Voraussetzung für die archivierten Daten ist, dass diese auf lange Zeiträume gedacht vollumfänglich, für Manipulationen unempfindlich und jederzeit nachvollziehbar gespeichert werden.

RAID ist gleich Datensicherung

Wir haben es in den vergangenen Jahren häufiger gehört: "Ich habe ein RAID 5 als Datensicherung." Was in der Regel bedeutet, dass das RAID 5 der einzige Speicher mit den relevanten Daten ist. Nein, ein RAID 5 ist ganz und gar keine Datensicherung.

Dennoch empfehlen viele Händler ihren Kunden entsprechende Geräte und Server mit eben diesem Begründungsansatz. Denn dadurch dass eine Festplatte beim RAID 5, respektive eine weitere Festplatte beim RAID 6, ausfallen darf, wären diese gegen Datenverlust geschützt.

Was allerdings passiert, wenn eine zweite oder dritte Festplatte ausfällt, schlimmstenfalls während das Rebuild noch läuft, wird gerne verschwiegen. Zwei RAID 5 oder zwei RAID 6 Systeme, von denen eines das Hauptsystem ist und das andere die Datensicherung entsprechen eher dem Gedanken eines Backups.

Datensicherungen sind freiwillig

Jein! Wenn Sie privat daheim dem Datenverlust ihrer kostbaren Bilder, Erinnerungen und Unterlagen vorbeugen wollen, dann ist eine Datensicherung zwar immer noch unerlässlich, aber in jedem Fall freiwilliger Natur. Anders sieht es aus, wenn man Unternehmensdaten nicht sichert. Zwar macht man sich mit dem Fehlen eines Backups nicht zwingend strafbar, da die Datensicherung nicht gesetzlich festgeschrieben ist.

Allerdings kann Datenverlust, je nach Ausmaß, sich erheblich auf die Reputation eines Betriebes auswirken, wenn geschäftskritische Daten abhanden kommen. Wenn steuerrelevante Unterlagen verloren gehen und keine Backups davon existieren, so kann man sich zusätzlich Ärger mit den Behörden einhandeln. Ganz zu schweigen von den daraus resultierenden finanziellen Schäden durch Regressansprüche etc. Schon 2003 urteilte das OLG Hamm, dass Datensicherungen selbstverständlich seien (Haftung bei Datenverlust).

RAID 1 Spiegelungen sind das perfekte Backup

Eine direkte 1-zu-1 Spiegelung (Mirroring) wird häufig als das perfekte Backup bezeichnet, da im Falle des Ausfalles einer oder mehrerer Datenträger (je nach Anzahl der Datenträger) identische Kopien übrig bleiben. Das ist soweit richtig, doch auch ein RAID 1 bietet keinen unbegrenzten Schutz vor Datenverlust.

Es gibt genügend Fehlerszenarien, bei denen auch RAID 1 Server bei der Datensicherung versagen können. Zum Beispiel wenn Daten versehentlich gelöscht werden. Dann aktualisieren sich auch die anderen Festplatten und löschen die Daten ebenfalls - Quintessenz: Datenverlust. In anderen Fällen kann eine Überspannung das NAS mit dem RAID 1 beschädigen, sodass die Datenbestände auf den Festplatten nicht mehr abrufbar sind oder die Festplatten ebenfalls beschädigt worden sind.

Es kommt auch vor, dass Festplatten ausfallen ohne dass es bemerkt wird. Dann arbeitet man unentwegt mit einem RAID 1 im degraded mode, bis auch die übrige Festplatte irgendwann ausfällt. Eine manuelle Sicherung der Daten sollte in keinem Fall vernachlässigt werden. 

Wenn die Sicherungskopie doch versagt

Wenn die Datensicherung aufgrund verschiedener Faktoren keine Datenwiederherstellung mehr zulässt, weil beispielsweise das Speichermedium physisch beschädigt ist, bleiben nicht allzu viele Möglichkeiten übrig, um wieder an die Daten zu kommen. Erfahrungsgemäß, als häufig konsultierter Anbieter der Dienstleistung, ist eine professionelle Datenrettung in einem solchen Fall die zumeist letzte Antwort auf die Frage: "Wie bekomme ich meine Daten zurück?", um überhaupt noch Fragmente der verlorenen Daten zurück gewinnen zu können. 

 

 

DI (FH) Markus Häfele
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